Kein Tor kassiert, aber auch keins geschossen

Von Torge Meyer, Kieler Nachrichten, 08.09.2015

TSV Altenholz trauerte nach dem 0:0 in Neumünster den vergebenen Chancen hinterher

Zwei Premieren in einem Spiel: Fußball-SH-Ligist TSV Altenholz blieb erstmals in dieser Saison ohne Torjubel und Gegentor. Mit der Nullnummer beim VfR Neumünster können wohl die Veilchen von der Schwale besser leben.

Vor der Partie hätte Ulf Ciechowski wohl eingeschlagen, hätte man dem Altenholzer Trainer nach den Niederlagen gegen den SV Eichede und Eutin 08 ein Unentschieden beim VfR angeboten. Doch nach 90 Minuten trauerte der Tabellenachte den vergebenen Torchancen hinterher. Allein Pierre Webessie hätte bei seinen drei Riesen zum Matchwinner avancieren können. Auch Paul Camps (83.) hätte bei seinem sehenswerten Solo wohl eher den freien Mitspieler suchen sollen, anstatt aus spitzem Winkel am überragenden VfR-Torhüter Yilmaz Caglar zu scheitern. Auch gegen Kapitän Lasse Jensen (20.) hatte Caglar die Fingerspitzen im Spiel. „Wir hatten spielerische Vorteile und die klareren Torchancen. Uns fehlte die Kaltschnäuzigkeit. Das fehlende Tor ist der Wermutstropfen“, sagte Ciechowski, der aber nach 14 Gegentoren in zuvor sieben Partien auch Positives sah: „Wichtig war, dass wir endlich zu Null gespielt haben.“

Das hatte mehrere Gründe. Das Mittelfeld um Leitwolf Timo Bruns („Riesen-Laufaufwand“, so Ciechowski) arbeitete vorbildlich, nahm der VfR-Kreativabteilung um Selcuk Tidim und Agron Gashi jegliche Wirkung. Zudem stand ein gut aufgelegter Hüsnü Özdemir an alter Wirkungsstätte im TSVA-Tor. Der 33-Jährige peitschte seine Mannen nach vorne, doch die Belohnung für einen starken Auftritt in Form des vierten Saisonsiegs blieb aus. Özdemir nutzte seine gute Leistung, um auf Missstände im Klub hinzuweisen: „Trotz mehrfacher Ankündigung sind wir immer noch nicht einheitlich eingekleidet worden. Das hat kein SH-Liga-Niveau. Wir sind doch keine Karnevalstruppe.“ Abteilungsleiter Lars Rosenstein wartet nach Ausrüster- und Sponsorenwechsel ebenso sehnsüchtig auf die Lieferung: „Es ist alles bestellt – von Badelatschen bis Tasche.“