Eine Grätsche mit Folgen (Liga)

Von Jürgen Griese, Kieler Nachrichten, 23. Februar 2016

Nach der Roten Karte für TSVA-Keeper Özdemir nutzt Holstein II beim 2:1 seine Freiräume

Die entscheidende Sekunde im Nachbarschaftsduell der Fußball-Schleswig-Holstein-Liga zwischen Gastgeber TSV Altenholz und Holstein Kiel II ereignete sich nach Ansicht aller Beteiligten in der 25. Minute: TSV-Torwart Hüsnü Özdemir hatte den frei auf seinen Kasten zueilenden Rene Guder mit einer Grätsche zu Fall gebracht, damit den „Tatbestand“ einer Notbremse erfüllt und folgerichtig von Schiedsrichter Torben Nesch die Rote Karte gezeigt bekommen.

„Das war der Knackpunkt dieser Partie“, befand TSV Co-Trainer Kristian Hamm nach der 1:2 (0:0)-Niederlage seines Teams und wurde von Kiels Trainer Ole Werner bestätigt: „Der Platzverweis spielte uns natürlich in die Karten, denn fortan standen uns mehr Räume zur Verfügung.“ Die bis zur Hinausstellung ihrer Nummer eins gleichwertigen Altenholzer hingegen mussten ihren Matchplan umstellen, brachten zunächst einmal Ersatztorwart Max Jacobsen für Jakob Urbat und beschränkten sich fortan notgedrungen weitestgehend darauf, das Abwehrzentrum zu verriegeln. „So entstand natürlich auf den Flügeln etwas mehr Platz“, fand Hamm eine Erklärung dafür, warum die von Fabian Arndt (54.) und Narek Abrahamyan (77.) erzielten Kieler Treffer beide über die Außenposition vorbereitet worden waren.

Bevor allerdings die Kieler in Führung gegangen waren, hätte Steffen Bruhn dies trotz Unterzahl für die Einheimischen erledigen können, traf aber kurz vor der Pause aus aussichtsreicher Position  nicht. „Das hätte das 1:0 sein können, ja müssen“, ärgerte sich Hamm beim Gang zum Pausentee. Dass die Kieler dann bis kurz vorm Ende der Partie in Führung liegen sollten, entsprach dem Geschehen, war aber noch keine Garantie für den Gewinn der drei Punkte. Denn nachdem Paul-Eric Camps im Anschluss an einen von Lasse Jensen ausgeführten Freistoß verkürzt hatte (88.), sollte es noch einmal richtig eng werden für die Gäste.

Und dabei wäre ausgerechnet Torhüter Jacobsen beinahe zum Altenholzer Helden geworden, doch parierte Holstein-Torhüter Bernd Schipmann mit den Fingerspitzen den Kopfball seines bei der letzten Aktion der Partie weit aufgerückten TSV-Keepers. „So ein Spiel müssen wir sicher nach Hause fahren. Stattdessen hätten wir uns noch nicht einmal über ein 2:2 beklagen können“, kritisierte Werner. Die Platzherren hingegen ärgerten sich über eine vermeintliche Abseitsposition des gefoulten Kielers Rene Guder, die ihrer Ansicht nach der Hinausstellung von Özdemir vorausgegangen war.