TSVA patzte in „nachgeholter“ Halbzeit (Liga)

Von Jürgen Griese, Kieler Nachrichten, 01.03.2016

Fehlstart mit 2:4-Niederlage bei Flensburg 08 verfestigt – Aufbauspiel mangelhaft

Seinen Wiedereintritt in die Punkterunde der Fußball-SH-Liga dürfte sich der TSV Altenholz nach den guten Testspielen anders vorgestellt haben: Einem 1:2 im Heimspiel gegen Holstein Kiel II folgte nun bei Flensburg 08 in einer traditionell torreichen Begegnung ein 2:4.

„Flensburg 08 war besser, da gibt es keine zwei Meinungen. Aber trotzdem darf uns so etwas nicht passieren“, ärgerte sich TSV-Co-Trainer Kristian Hamm nach der Partie über die Geschichte der vier Gegentore. Erst hatte Nicholas Holtze den Gästen einen Hattrick eingeschenkt (34.,41., 43.), dann auch noch Christian Peters (44.) getroffen. Und mindestens die Hälfte der 08-Treffer war so entstanden, wie sie nach vorheriger Warnung durch das Altenholzer Trainergespann nicht hätten fallen sollen: „Wir müssen Fehler im Aufbauspiel vermeiden“, hatte Hamm vor der Partie gemahnt, um dann mitzuerleben, wie mindestens zwei der vier Gegentore genau so entstehen sollten. Zudem erwies sich der eigene Kunstrasenplatz für den TSV Altenholz in Flensburg als kontraproduktiv: „Uns fiel die Umstellung auf den tiefen Rasen schwer“, gab Hamm zu, wollte dies aber nicht als Entschuldigung gewertet wissen. „Für die Flensburger galt das gleiche.“

Und dann war da noch die Sache mit einer skurrilen Halbzeitpause, die ihren Teil dazu beitrug, dass der TSV Altenholz auch diesmal nicht klar kam in der „Rumstadt“. Nach einem Freistoß von Paul-Eric Camps knallten Pierre-Didier Webessie und Flensburgs Torhüter Nick Schmidt derart unglücklich zusammen, dass sich der mittlerweile operierte Schmidt einen Bruch des Jochbeinbogens zuzog. Aufgrund der notwendig gewordenen langen Behandlungszeit schickte Schiedsrichter Florian Toschka beide Mannschaften schon in der 38. Minute in die Pause, aus der die Flensburger keinesfalls geschockt zurückkehrten. Toschka ließ die letzten sieben Minuten des ersten Abschnitts nachspielen; es sollten die entscheidenden Minuten werden. Völlig neben der Spur und nach hinten unaufmerksam, fingen sich die Altenholzer bis zum Seitenwechsel drei Gegentore ein – das Spiel war gelaufen.

Zwar traf Julian Langnau per Kopf in der 49. Minute, doch fiel das zweite Altenholzer Tor nach einem Fernschuss von Timo Bruns zu spät (85.). „Wäre das in der 80. gefallen, wäre vielleicht noch etwas gegangen“, spekulierte Hamm nach einer Partie, in der seine Elf im ersten Durchgang ohne eine einzige Chance gewesen war.