„Wäre fatal, den Rest der Saison abzuschenken“ (Liga)

Von Jürgen Griese, Kieler Nachrichten, 25.08.2016

Nach sechs Spielen in der Fußball-SH-Liga wartet der TSV Altenholz noch immer auf den ersten Punktgewinn. Kristian Hamm, in Zusammenarbeit mit Ulf Ciechowski Trainer des Tabellenletzten, äußert sich zu der fast schon prekären Tabellensituation.

Wann haben Sie zuletzt – als Trainer oder Spieler – einen derart schlechten Saisonstart erlebt?
Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht daran erinnern, jemals so schlecht gestartet zu sein.

Ist die Qualifikation für die Oberliga nach sechs Niederlagen in Folge überhaupt noch ein Thema für den TSV Altenholz?
Der erste vermutliche Nichtabstiegsplatz hat aktuell sieben Punkte mehr als wir. Nach erst sechs Spielen ist noch alles drin. Es wäre daher fatal, bereits jetzt den Rest der Saison abzuschenken. Als Fußballer will man gewinnen. Das gilt auch für uns, und wir werden weiter daran arbeiten, dass uns das endlich gelingen wird.

Worin sehen Sie jetzt gemeinsam mit Ulf Ciechowski Ihre Hauptaufgabe?
Unser Hauptaugenmerk liegt aktuell darauf, das Selbstvertrauen der Jungs zu stärken, denn es sind alle gute Fußballer. Daneben muss der Teamgedanke weiterhin gestärkt werden, um so gemeinsam die bevorstehenden Aufgaben besser erledigen zu können. Zuletzt haben wir immer dann, wenn die Spiele schon entschieden waren, besseren Fußball gespielt. Wenn wir das von Beginn an hinbekommen, werden wir auch wieder punkten.

Ebenso deprimierend wie der Punktestand liest sich mit 2:18 Treffern auch das Torverhältnis. Wo muss der Hebel angesetzt werden, um diesbezüglich schnellstmöglich eine Verbesserung zu erreichen?
Fußball ist ein kompliziertes Uhrwerk, bei dem viele kleine, aber auch große Räder ineinandergreifen müssen. Wir haben verschiedenste Schrauben ausfindig gemacht, die das Uhrwerk derzeit zum Stocken bringen. Nicht alle Fehler werden abgestellt werden können, aber wir werden die Aufgabe angehen. Da denke ich an die Verbesserung des Defensivverhaltens, die Minimierung der Fehler und die Stärkung des Teams sowie des Umfeldes.

Was ist mit Paul-Eric Camps, einem der wenigen verbliebenen Routiniers? Er kam bis dato überhaupt noch nicht zum Einsatz?
Paul hat derzeit seinen Fokus – in Abstimmung mit uns – auf die studien- und berufsbedingten Mehrbelastungen gelegt. Er steht uns aktuell daher leider nicht zur Verfügung.

Welchen der abgewanderten Spieler würden Sie in der aktuellen Situation gern noch in den eigenen Reihen sehen?
Jeder einzelne Abgang hat auf seine Weise geschmerzt, denn jeder Spieler hat Fähigkeiten eingebracht, die dem Team geholfen haben. Den Erfolg oder Misserfolg kann man nie einzelnen Spielern anrechnen, nur das Zusammenwirken der einzelnen Fähigkeiten bestimmt den Erfolg der Mannschaft. Von daher hätte ich gerne noch jeden dabei.

Ist es eine Option, in der Winterpause gegebenenfalls personell noch einmal nachzubessern?
Zunächst ist es wichtig, die nächsten Spiele im Auge zu haben und das Schiff wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Je nachdem wie die Situation im Winter ist, werden dann Maßnahmen ergriffen.

Noch sind 28 Begegnungen zu spielen und demnach ist es wohl verfrüht, bereits vom Abstieg zu sprechen. Aber dennoch: Wie schwer träfe es den TSV Altenholz, in der neuen Saison „nur“ in der Landes- statt in der Oberliga zu spielen?
Die neue Landesliga wird eine spielstarke und damit auch interessante Liga werden. Da sie nur zweigeteilt ist und die Oberliga auf 16 Mannschaften reduziert wird, fällt man daher deutlicher weicher. Entscheidend wäre es jedoch, einen Kader zusammenstellen, der den Anforderungen gerecht wird und die Bereitschaft hat, auch in der Landesliga Gas zu geben.