Noch Schlimmeres befürchtet (Liga)

Von Jürgen Griese, Kieler Nachrichten, 25.10.2016

Fußball-SH-Ligist TSV Altenholz hatte auch auf Kunstrasen keine Chance gegen Flensburg 08

Ulf Ciechowski, Trainer des TSV Altenholz, machte nach der 0:6 (0:2)-Heimniederlage gegen Flensburg 08 aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Uns fehlt derzeit schlichtweg die Qualität, um uns in der SH-Liga behaupten zu können“, gab er unumwunden zu. Dabei räumte er ein, dass er beim Stand von 0:6 nach gut einer Stunde „sogar noch Schlimmeres befürchtet“ hatte.

Auf dem Kunstrasen, auf dem sie Flensburg im August 2015 mit 4:2 besiegt hatten, wollten die Altenholzer dem Tabellenvierten auch diesmal ein Bein stellen. „Dort fällt es uns leichter, die Räume eng zu machen“, glaubte Co-Trainer Kristian Hamm. Eine halbe Stunde lang ging die Rechnung auf. Die Flensburger benötigten diese Zeit, um sich an die kleineren Ausmaße des Spielfeldes zu gewöhnen, doch nachdem dies gelungen war, schlug es erstmals hinter Jan Detlefsen im Altenholzer Tor ein: Karl-Christian Melfsen (33.) traf per Freistoß. Sechs Minuten später ließ Nicholas Holtze mit seinem zwölften Saisontor das 2:0 folgen – das Ende des TSV Altenholz war bereits besiegelt.

Denn bis dahin hatten die Gastgeber jeglichen Druck nach vorn vermissen lassen, woran sich trotz optischer Überlegenheit zu Beginn der zweiten Hälfte nichts ändern sollte. „Da hatten wir zwar unsere beste Phase, brachten Flensburg aber nicht wirklich in Bedrängnis“ so Ciechowski, der vielmehr miterleben musste, wie seine Elf binnen acht Minuten in ihre Einzelteile zerlegt wurde. Fleming Barth (51., Sebastian Kiesbye (53., 57.) und Holtze (58.) schraubten das Ergebnis auf 6:0, um sich erst danach etwas zurückzunehmen. „Gott sei Dank, denn nach dem sechsten Treffer haben mich wirklich böse Gedanken beschlichen“, gab Ciechowski zu, an eine zweistellige Niederlage gedacht zu haben. „Wir müssen jetzt einfach geduldig bleiben und hoffen, dass unsere Verletzten allmählich zurück kommen“, so Ciechowski nach der bis dato höchsten Saisonniederlage seiner Elf, die damit weiterhin die „Rote Laterne“ trägt.