Alles andere als optimale Situation (Liga)

Von Jürgen Griese, Kieler Nachrichten, 15.02.2017

TSVA-Trainer Kristian Hamm hat die Oberliga-Qualifikation aber noch nicht komplett abgehakt

In knapp zwei Wochen ist die Winterpause für den TSV Altenholz beendet. Ab dem 25. Februar will der Tabellen-15. der Fußball-SH-Liga damit beginnen, das derzeit unmöglich Scheinende doch noch zu vollbringen und am Ende einer langen Saison den Klassenerhalt feiern. TSV-Trainer Kristian Hamm äußert sich in einem Gespräch zu den Chancen seines Teams.

Kieler Nachrichten: Hand aufs Herz, wie hoch schätzen Sie die Chance ein, in der kommenden Saison mit Ihrer Mannschaft ein Mitglied der neuen Oberliga zu sein?

Kristian Hamm: Wir müssen uns gar nichts vormachen: Bei bereits 21 ausgetragenen Spielen und erst 16 Punkten ist unsere Situation alles andere als optimal. Aber wir nehmen die Herausforderung an, wollen das Bestmögliche herausholen und werden dann am Ende sehen, wozu es reichen wird.

Wie viele Punkte müssen Ihrer Meinung nach am Saisonende gewonnen worden sein, wenn es für die Oberliga-Quali reichen soll?

In der Bundesliga gilt die 40-Punkte-Marke, die häufig auch unterschritten werden konnte. Für uns wird das eng, denn aus 13 Spielen noch 24 Punkte zu holen, ist eine echte Aufgabe, die nicht unlösbar ist. Ob die dann auch für Platz zwölf ausreichen würden, liegt nicht in unserer Hand.

Hat sich die personelle Umstrukturierung des TSV Altenholz für Sie auch dann ausgezahlt, wenn am Saisonende auf Landesebene nur die „Zweitklassigkeit“, sprich die neue Landesliga, bliebe?

Der wirtschaftliche Umbruch war alternativlos. Da war es nur logisch, dass der personelle Umbruch eine Konsequenz hieraus sein würde. Wichtiger als die Klassenzugehörigkeit war uns die Nachhaltigkeit dieser Schritte. Natürlich ist es der Anspruch des TSV Altenholz, so hochklassig wie möglich zu spielen, doch sehen wir uns mehr als Aufbau- und Ausbildungsverein. Um ganz oben zu spielen, muss das Gesamtkonstrukt passen. Das Ziel muss es aber bleiben, den Verein langfristig in der höchstmöglichen Klasse zu etablieren, um unserem Nachwuchs Perspektiven zu bieten.

Was gilt es in den wenigen Tagen bis zur Wiederaufnahme der Punktspiele noch zu verbessern?

Die bisherigen Testspiele verliefen nicht wirklich zufriedenstellend. Wir müssen jetzt aus der Komfortzone heraus, jede Trainingseinheit und jedes Spiel mit 100-prozentigem Engagement annehmen und uns dazu im Umschaltspiel und der taktischen Disziplin verbessern. Wir wissen, dass wir nur über das Kollektiv kommend etwas ausrichten können.

Sie haben mit Björn Kastner wieder einen alten Bekannten zurück im Team. Was versprechen Sie sich von ihm, nachdem er – verletzungsbedingt – noch nicht ein Testspiel mitmachen konnte?

Aktuell befindet er sich nach einer langwierigen Knieverletzung im Aufbautraining. Wir hoffen, dass er in der vielleicht wichtigen Schlussphase der Saison noch einmal mit anpacken kann. In engen Spielen ist er genau jener Typ, der den Unterschied ausmachen kann. Insgesamt aber richten Björn und wir den Fokus auf die neue Saison, um mit seiner Unterstützung eine schlagkräftige Elf zu formen.

Gegen Ende des vergangenen Jahres legte Ihr Team eine kleine, aber imponierende Serie hin, holte aus den letzten drei Spielen sieben Punkte und trotzte dabei unter anderem Tabellenführer Eutin 08 ein stolzes 1:1 ab. Wie präsent ist den Spielern das noch und wird es beim Start in gut einer Woche helfen?

Das ist allen noch sehr präsent, aber genauso Geschichte wie unsere zu Saisonbeginn verlorenen sieben Spiele. Aber natürlich werden die letzten Begegnungen und Ergebnisse des Vorjahres unser Maßstab für den Rest der Serie sein.